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Exogenic

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Qualität ist das beste Rezept von Jacob Ehrnrooth, und so beglückt das finnische Label die Welt seit mehr als zehn Jahren mit wahrhaft psychedelischer Musik, die meist nicht dem gradlinigen Allgemeinplatz von 4to4-Musik entspricht.

Mit viel Humor in Bild und Ton, mit der musikalisch vollen Psycho-Kanne und außergewöhnlich brillianten Artworks wurde Exogenic die Plattform für den »Suomi Sound« und Bands wie Texas Faggott, Squaremeat, Mac Mavis und Haltya. Aber es gibt natürlich noch wesentlich mehr an sehr guter und sehr anderer Musik aus Finnland. Also wurde aus Exogenic die Exogenic Label Group mit Exogenic Breaks (Breaks, Jazz), XO Records (Hip Hop) und Terra Recordings (Pop, Rock).

Neu an Bord beim Mutterlabel Exogenic sind nun zwei bereits erfolgreiche finnische Bands, die bisher mit anspruchsvollem, aber nicht überdurchgeknalltem Sound für Aufmerksamkeit sorgten. Kiwa und Highpersonic Whomen schlagen jedoch mit ihren Label-Debüts nochmals eine neue Richtung ein und servieren ihre jeweils eigene Definition von psychedelisch progressiver Musik, die auch jenen gefallen wird, die bisher stets sagten: »die spinnen, die Finnen…«

Wer seid Ihr, wie verliefen Eure musikalischen Karrieren und was hat es mit den neuen Konzepten auf sich, die hinter Kiwa und Highpersonic Whomen stecken?
Tommi: Da ich einer Vollblut-Musikerfamilie entstamme, habe ich keine genaue Erinnerung, wie das mit der Musikbegeisterung genau angefangen hat.

Highpersonic Whomen wurde ursprünglich von Jürgen Sachau und mir gegründet. Nach dem Erscheinen unseres ersten Albums »Alternative Energysource« haben wir auf Underground-Festivals überall auf der Welt gespielt auch als Haltya, Pelinpala and Outolinto. Irgendwann fällte Jürgen den Entschluss, aus unserem Projekt auszusteigen und ich fragte meinen Freund Markku Louhio von Kiwa – das Resultat war »Push The Limit«. Das erste Album haben wir komplett analog erstellt und sogar gemastert! Ich muss zugeben, dass unsere Prouktionsweise ziemlich unorthodox war. Zum Beispiel sind wir in Musikläden gegangen, haben dort ein wenig mit den Synths und so herumgespielt – und in einem unbeobachteten Moment einfach ein Dat eingesteckt und den Sound mitgenommen. Heutzutage geht das natürlich alles viel einfacher und schneller.

Es scheint ganz, als würde von eurem neuen Sound auch der finnische Sound an sich profitieren, sich größerem Publikum erschließen. Sowas wie ein Ausbruch des inneren psychedelischen Kreises hin zu konsumierbarerem Stil …
Markku: Die Idee dahinter ist, dass progressive Musik Einflüsse verbindet, von denen wir denken, dass sie wirklich gebraucht werden. Also unsere Leistung dazugeben, aber im Genre bleiben. Außerdem gibt es zahlreiche Talente in der finnischen Proggy-Szene, die international noch gar nicht bekannt sind. Haltet eure Ohren in der Zukunft nach Finnen auf!
Tommi: Das meiste der finnischen psychedelischen Musik ist entweder zu hart oder zu lustig für die meisten Menschen, aber trotzdem scheint da ein Kern von Leuten zu sein, die total auf diesen »Suomi-Sound« stehen. Unser Anspruch ist es, gut produzierte, schöne, interessante psychedelische Trancemusik zu kreieren. Wir wollen ein clubbigeres Umfeld von Breakbeat, Proggy und Techno, ohne dass der Flow dabei auf der Strecke bleibt.

Auf den meisten Festivals wird nicht viel Wert auf innovativen, frischen Wind durch junge Künstler gelegt, scheint leider so, als sei das der sichere Weg.