Die Kunst des Andrey Ballandin

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Psychedelische Könige, Kuckucksuhren und Kakerlaken

Die Werke von Andrey Balandin in ihrer surrealen Eleganz sind absolut bewusstseinserweiternd. Und extrem vielfältig: Der Russe malt und schneidert, bastelt Skulpturen und Gebrauchsgegenstände. Zum Zeitpunkt des Interviews war er beispielsweise mit einer Kuckucksuhr zugange… Außerdem erzählte er über 18 „Ostereier“ aus echtem Gold und Silber, die eines Tages als Geschenke für Könige und Präsidenten bestimmt sind. Damit nicht genug Kreativität: In der Hamburger Green-T-Room Gallerie hat er neulich „Kontrollgänge Entlang Parallelwelten“ gegraben, eine Ausstellung neuer Grafiken. Und im  jüngst veröffentlichten Buch schreibt Andrey die üppig illustrierte Geschichte des Cellotager – eine im Uralgebirge bekannte Mythengestalt, ein Mutant aus Mensch, Pilz und Kakerlake. Die Geschichten vom Cellotager kannst Du seit Sommer 2012 in jedem mushroom magazine lesen.

Andrey Ballandin
Andrey Ballandin

Deine Arbeit ist äußerst vielseitig und deckt nahezu alle Materialien und Medien ab. Womit arbeitest du gerade?

In der Tat arbeite ich mit den unterschiedlichsten Medien wie Malerei, Grafik, Skulpturen, Kleidung, Dekoration oder Interieur und mit den ungewöhnlichsten Materialien. Gestern habe ich eine Kuckucksuhr entworfen, in meinem eigenen Stil. Und jetzt arbeite ich an Schmuck: Ostereier (genau wie Faberge), die 18 russischen Zaren, den Romanows, gewidmet sind. Jedes Ei ist ein Kaiser! Die Sammlung wird in Gold und Silber gegossen und mit Edelsteinen aus dem Ural verziert. Diese Eier werden die Geschenke für gekrönte Häupter und Präsidenten sein.

Wir haben gehört, dass es in deinem Heimatland Russland eine uralte Zauberpilzkultur gibt. Kannst du uns ein wenig darüber erzählen?

Verschiedene Nationen haben ihre eigenen mythischen Totem-Charaktere, die das Leben auf der Erde hervorgebracht haben und die den Menschen alles gelehrt haben. Zum Beispiel in Australien ist es ein Känguru, der zwei Fleischstücke im Ozean gefangen hat. Eines dieser Stücke warf er ins Gras und eine Frau kam aus dem Gras heraus. Das andere Stück warf er in den Sand – und da war ein Mann. Im Ural gibt es den Chelotagr (Cellotager) – eine Mutante, eine Mischung aus Mensch, Pilz und Schabe. Seine Geschichte wird in meinem neuen Buch, das kürzlich in Deutschland erschienen ist, ausführlich beschrieben und illustriert.

Erzähle uns von 3 deiner persönlichen Highlights des letzten Jahres!

1. Dieses Jahr habe ich keinen einzigen Tropfen Alkohol getrunken und keine Zigarette geraucht!

2. Ich habe mein neues Grafikprojekt “Kontrollgänge Entlang Parallelwelten” in der Galerie “Green-T-Room” in Hamburg gezeichnet und präsentiert!

3. Ich habe die unglaubliche Ausstellung besucht und die Originale des großen Friedensreich Hundertwasser gesehen!

Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: Ich liebe es, Künstler zu sein, weil….

…Ich kann durch meine Kreativität überraschen und Freude und positive Emotionen in die Herzen der Menschen bringen, und ich kann in Zeit und Raum reisen, ich kann fliegen….

Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: Manchmal hasse ich es, Künstler zu sein, weil….

…Ich muss mich ständig bewegen und all die schweren Rahmen, Gläser, Kartons etc. tragen. Verdammt! Warum bin ich kein Manager, der sein Notizbuch in eine kleine Aktentasche packen und loslegen kann!?

Du gehörst nicht zu den üblichen Künstlern der Psytrance-Szene. Welchen Eindruck hast du von dieser Kultur?

Vor 3 Jahren habe ich einige Bilder für ein grandioses Projekt namens “Transurfers” gezeichnet, mit Lasern, UV-Licht, Musik und mit Orten der Entspannung. Dazu musste ich tief in die Psytrance-Kultur eintauchen und viel Musik hören, tonnenweise Bücher lesen. Es war ein atemberaubendes Projekt! Vielleicht werde ich dieses Thema mehr als noch einmal ansprechen, mit Vergnügen!

balandin.gallery.ru

Interview by Roberdo Raval

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