Chris Dyer

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Chris Dyer - Photography by J.F. Maihot1
Als psychedelische Street Art könnte man das Werk des peruanisch stämmigen Chris Dyer beschreiben – denn er sieht nicht die Galerie, sondern die Straße als den Ort, wo seine Kunst ihre Wirkung am besten entfalten kann. Und so findet man seine vor Farben strotzenden, hochgradig psychedelischen und dennoch bemerkenswert klaren Malereien auf Schuhen, Skate-, Surf- und Snowboards, auf Hüten, Autos und natürlich den Wänden des urbanen Betondschungels. Im nächsten Jahr wird es eine Dokumentation über sein Schaffen und seine zahlreichen Reisen auf DVD geben, außerdem ein Kunstbuch mit “260 Seiten verschiedenartiger visueller Explosionen der Seele”…

Fußball war die Regel, damals noch in der Jungen-Grundschule in Lima. So galt Chris, ein sehr fantasievoller Junge, der kaum je gesehen wurde, dass er nicht etwas kritzelte, als ein ziemlicher Streber.

Doch der junge Peruaner kritzelte weiter und verspürte immer wieder den Drang, etwas Neues zu schaffen, unbekannte Techniken auszuprobieren und Medien und Stile zu wechseln.

So entwickelte er Schritt für Schritt einen sehr eigenständigen und unverwechselbaren Stil. Seine Bilder sind farbenprächtig und verbinden tiefgreifende psychedelische Ideen mit einer hochenergetischen Klarheit. Doch damit nicht genug: Er verfolgt einen Ansatz, den man als psychedelische Street Art bezeichnen könnte.

“Ich denke, die Leinwandmalerei erlaubt eine schöne Oberfläche, um etwas wirklich Mächtiges auszudrücken, aber es kann auch langweilig sein, immer nur Quadrate und Rechtecke zu machen, Sachen mit Ecken. Visionäre Kunst muss den Galerien entkommen und auf die Straße gehen, um die wirklichen Massen zu erreichen, die sie brauchen”, erklärt der heute in Kanada lebende Künstler. Deshalb findet man seine Arbeiten auf Schuhen, Skate-, Snow- und Surfbrettern, auf Hüten, Fahrzeugen, Vinyl-Spielzeug, Schallplatten und natürlich auch auf den Wänden des städtischen Beton-Dschungels. Es ist wirklich so, dass er sich nicht auf ein Medium zum Malen beschränken kann, er kann sich nicht für eine bevorzugte Technik entscheiden: ,,Ich denke, ich kann meine krankesten Sachen mit Acrylfarben machen, aber dann jamme ich auch gerne an einem heißen, sonnigen Tag ein paar schnelle Sprühbilder aus. Zeichnen macht Spaß, Video macht Spaß, Skulptur macht Spaß!” Chris sieht sich selbst nicht als Teil einer bestimmten Szene. Nichtsdestotrotz hat er eine sehr klare Vorstellung von psychedelischer Kunst: ,,Es kommt aus parallelen Dimensionen, die auf einer höheren Frequenz vibrieren; Visionen jenseits unserer physischen Realität. Dies ist nicht unbedingt mit Drogen verbunden, da alle Realitäten bereits in uns existieren. Nicht unbedingt positiv, aber hoffentlich.” In den letzten 3 Jahren hat er an einem Dokumentarfilm über seine Kunst und seine zahlreichen Reisen mitgearbeitet, der im Frühjahr auf DVD veröffentlicht wird. Er hat gerade 260 große, glänzende Farbseiten mit visuellen Seelenexplosionen verschiedener Art fertiggestellt – eine vielversprechende Sache, auf die man 2011 achten sollte!

Roberdo Raval