Bim & Drukverdeler – mushroom.tv 005

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Die Tanzmeute dreht ab, wenn Bim und Drukverdeler ihre beiden Laptop-Controller-Setups zu einer Symbiose verschmelzen und sich dabei unerwartete Klänge zuspielen

Eins auf der Tanzfläche

bim_druckverdeler-1-by-Joffreybim_druckverdeler-2-by-JoffreyWie kamt ihr zusammen?

D: Eigentlich habe ich mein ganzes Leben lang Musik produziert. Aber nachdem ich 2003 zwei Alben für Medium Records gemacht hatte, nahm ich eine Pause vom Musikgeschäft.
Nach ein paar Jahren kribbelte es wieder. Ich ging wieder ins Studio und produzierte sogar neue Tracks. Als ich auf dem Line-Up einer Party in Münster (Flammentanz) Bims Name sah, steckte ich etwas ein, an dem ich gearbeitet hatte. Dieser Track war “Universe”, den Bim mochte und veröffentlichte. Ab da schickte ich mehr Tracks an Bim und er steuerte Ideen und Vorschläge bei. “Kannst du das versuchen”, “das ändern”, oder “in besonderer Weise aus dem Break kommen, mehr Energie aufbauen” etc. So begann das mit uns.

Wie würdet ihr eure Kooperation als DJs beschreiben?

D: Zum größten Teil bin ich im Studio, lege die Basslinien an, die Grooves, die Synthesizer-Patches und überlege mir, in welcher Reihenfolge das am besten klingt. Aber am Ende bin ich ein Techniker, habe vielleicht kein Ende oder Motiv für den Track, und da kommt Andreas ins Spiel. Er hat immer eine klare Vision und viele Ideen, sich auszudrücken. Dies bringt unsere Tracks auf die nächste Stufe.

B: Ich hatte Glück, dass er mich gefunden hat, denn ich bin nur der Typ mit den verrückten Ideen. Er versteht meine Vision, ich verstehe ihn.

Wie sieht die Zusammenarbeit aus und was kann während des Sets passieren?

D: Wenn wir live spielen, habe ich ein Setup, Laptop, Soundkarte, MIDI Keyboard / Controller. Ziemlich viel von dem, was wir spielen, ist bereits in einer bestimmten Reihenfolge. Andreas hat seinen Laptop mit dem gleichen synchron gestarteten Set. Beide Setups enthalten Samples – wir haben jeweils unsere eigenen – und Effekte, mit denen wir spielen und die Meute unterhalten. Dann, wenn das Set läuft, mit der eigenen Timeline auf unseren Laptops wissen wir, welche Parts wir zu den Sounds spielen wollen, wie wir Energie mit den Leuten auf dem Dancefloor teilen und haben diese magische Interaktion.
Meistens findet Andreas ein paar Samples oder hat etwas aufgenommen und schickt es mir. Ich verarbeite es im Studio, schneide einige Subs, Mid-Low-Frequenzen, füge etwas Reverb hinzu, damit es reibungslos klingt, wenn wir es live spielen.
Meine eigene Sample-Bibliothek besteht hauptsächlich aus FX, Risers, Drops und einigen atmosphärischen Samples oder umhüllenden Pitch Sounds, und ich kontrolliere Reverb, Delay sowie Filter über den Midi Controller.
Wenn wir live spielen kann das wirklich Coole passieren, dass wir diesen Break haben oder einen Part in einem Track, bei dem wir das Gefühl haben, Energie zu verlieren, und wir wollen beide etwas spielen, um interessant zu bleiben. Dann beginnen wir beide diese Idee, die wir zur gleichen Zeit haben, aber nicht voneinander erwarteten. Also sind wir beide total überrascht, schauen uns verblüfft an, das klang super, und die Menge nimmt das total auf und geht ab auf dem Dancefloor.

Wie siehst du das, Bim?

B: Mir genügt es nicht, derjenige zu sein, der nur den Mixer während des Live-Sets bedient. Ich sagte Michiel: Ich bin DJ. Glücklicherweise kam mir die Idee, meinen eigenen Laptop mit derselben Timeline wie Michiel zu bringen und meine Samples und Effekte als DJ über den CDJ genau im richtigen Moment des Live-Sets zu spielen.

Was steht musikalisch bei euch an und wohin wird sich eure Musik zukünftig entwickeln?

D: Zurzeit arbeiten wir an unserem ersten Album mit dem Namen “Public Enemy”. Es wird ein bisschen schneller als unsere üblichen 138 BPM, psychedelischer, etwas dunkler, aber immer noch sehr freundlich und trancig. Digital OM releast diese Art von Musik bereits, vielleicht ein bisschen schneller als das, was wir anstreben. Wir hatten mit ihnen die erfolgreiche EP “Mama Afrika” gemacht und müssen uns bei Digital OM und Nishan für tolle Promotion bedanken!
Also, vielleicht haben wir diese Art Musik schon gemacht, die wir jetzt beschleunigen, freakiger machen mit einem sanften und fließenden Flow. Dadurch werden wir zu einem interessanteren Act für die Nacht.

B: Genau, wir hoffen wirklich, ein Gleichgewicht zwischen Trance und psychedelischer Trance zu finden. Schon gleich, aber auf eine andere Weise. Es ist immer gut, anders zu sein.

Was unterscheidet eure Musik darauf von der anderer Künstler?

B: Andere Künstler benötigen für ein Album drei, vier Monate, wir brauchen ein Jahr, vielleicht mehr, weil wir gerne anders sind, mit verschiedenen Stilen und vielleicht zusammen mit ein paar neuen talentierten Künstlern so wie Ellinio und Orisma aus Griechenland. Am Ende jedenfalls wird es eine tolle Klanglandschaft und nützlich für alle.

‘Public Enemy’ klingt nicht gerade psychedelisch. Warum dieser ungewöhnliche Name?

D: Der Name des Albums, ‘Public Enemy’, wurde gewählt, weil wir als Szene öffentliche Feinde sind. Was wir tun, wie wir unser Leben leben, unsere Standards macht uns zu öffentlichen Feinden.

B: Wenn man auf eine tolle Party geht, wie die auf der wir in Südafrika spielten, sind dort Juden, Christen, Muslime und Hindus, Farbige, Weiße und Asiaten, aber auf dem Floor sind wir eins und friedlich. Dass ist für die Öffentlichkeit sehr gefährlich, denn wann man seine Einstellung ändert, ändert man die politischen Regeln.

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