Underground music, and the culture it supports…what is it all about?

DEUTSCHE ÜBERSETZUNG EINBLENDEN
Roberdo fragt sich: Was kostet uns der Underground?

Licht und Schatten, gut und schlecht, Underground und Mainstream: Die Gegenkultur gilt nicht nur der Psytrance Szene als gelobtes Land. Doch wer sind seine Bewohner?

Wer ist der Underground? Wer sind beispielsweise die Leute, die uns auf dem Burning Man vorleben, wie einfach wir die Probleme der Menschheit beseitigen könnten? Es sind extrovertierte Freigeister – und sie haben Geld. Denn wer sich schon mal den immensen Spaß gegönnt hat, dort draußen in der Wüste von Nevada dabei zu sein, der weiß: Er lässt sich nicht mit Licht und Liebe bezahlen. Nein, es ist ein verdammt kostspieliges Manöver. Klar, einige sparen sich das Erlebnis vom Munde ab, andere bezahlen es eher beiläufig von ihrem großzügigen Gehalt. Die Antwort lautet so oder so: Der Underground sind die, die es sich leisten können. Aber wie können sie es sich leisten? „Mit Underground kann man kein Geld verdienen“ sagte Szene-Veteran Antaro 2004 im Interview. Ein Jahr später machte der VooV Experience Veranstalter sein legendäres Label Spirt Zone dicht. Hätte er damals doch nur die Möglichkeit gehabt, sich mit Android Jones zu unterhalten. Der bewirbt seinen neuen Online-Kurs dieser Tage nämlich mit dem Slogan „Mainstream Money for Underground Artists“ – zu Deutsch: Mainstream-Gelder für Untergrund-Künstler. Nun habe ich keine Ahnung, wie genau er sich das vorstellt – grundsätzlich halte ich ihn für einen sehr aufgeweckten, intelligenten Zeitgenossen. Trotzdem: Für mich hört sich dieser Slogan nach jener altbekannten Geschichte an, in der jemand seine Seele an den Teufel verkauft, um sich einen Wunsch zu erfüllen. Und wir wissen, wie diese Geschichte ausgeht. Kunst und Underground stehen zweifelsohne in einem sehr engen Verhältnis zu einander. Es scheint mir daher berechtigt, gewisse Rückschlüsse zu ziehen. Echte Kunst ist brotlose Kunst. Und echter Underground ist brotloser Underground. Gerade weil Underground sich als Gegenkultur zum Mainstream definiert muss er mit den bescheidenen Mitteln auskommen, die ihm zur Verfügung stehen. Das bedeutet Verzicht auf internationale Künstler, die extra eingeflogen werden. Das bedeutet Verzicht auf technischen Schnickschnack. Das bedeutet Verzicht auf Wachstum. Das bedeutet Verzicht darauf, den Underground an eine möglichst große Glocke zu hängen – was natürlich einem Zeitgeist widerspricht, der maßgeblich von Facebook-Likes und Retweets geprägt ist. Das bedeutet Underground um seiner selbst willen, nicht als eitles Etikett der Coolness. Das bedeutet Underground, der unbekannt, aber für jeden erschwinglich ist. Egal, ob Underground oder Mainstream – macht einfach das Beste draus, letztendlich sind es zwei Seiten von ein und derselben Münze, die Währung in der wir für unsere Kultur bezahlen. Aber wenn ihr es wirklich ernst meint mit der besseren Welt und so, dann räumt mit der Doppelmoral auf.

Who is the underground? For instance, who are those people at Burning Man who set an example of a better world, who show us how to get rid of humanity’s problems? They are free souls, open-minded hedonists – and they have money. If you ever had the great pleasure of being out there in the desert of Nevada yourself, you know that you can’t pay for it in the currency of love and light. No, as a matter of fact it’s quite an expensive thing to do. Of course, some have to pinch pennies to make it, other pay for it with their generous income. However, the answer to my initial question is: The underground are those who can afford to be a part of it.

How can they afford to be a part of it? “You can’t make money in the underground” said scene veteran Antaro in an interview in 2004. One year later the organizer of VooV Experience shut down his legendary label Spirit Zone. If he’d only had the opportunity to talk with Android Jones back then. While I’m writing these lines the popular visual artist promotes his new online class with the slogan “Mainstream Money for Underground Artists”. Now I have to admit that I don’t know the details of his plan – in principle I think he’s a very smart and intelligent fellow. However, for me this slogan sounds like yet another version of that well-known story where someone sells his soul to the devil in order to gain a particular goal. And we all know how this story ends.

No doubt, there is a very close connection between art and underground. That’s why I think it’s legitimate to draw certain conclusions. There’s no money in art – in authentic art, that is. And there’s no money in underground. Underground is defined as the opposite of mainstream, and that is why it does not have the same ressources as mainstream. Underground culture has to survive on underground ressources. That means no international artists who are flown in from faraway places. That means to get along without the latest wonders of technology. That means very limited growth prospects. That means not to proclaim the underground from the rooftops – which of course conflicts with a zeitgeist that is characterized by Facebook-likes and Retweets. That means underground just for the sake of the experience, not as a smug label of coolness. That means underground which is not exactly popular but affordable for everyone.

No matter if underground or mainstream – just make the best of it, in the end it’s only the two sides of one coin, the currency we pay for our culture. But if you really mean it with the better world and all that – get rid of the double standards.

image credits: Brian Williams