Avaloka – Psychedelic Trance mit Herz und Geist

Wenn es ein Trance-Event gibt, das sich von den meisten anderen Goa- oder Psytrance Partys unterscheidet, dann ist das Avaloka, das in mehreren Formen seit sechs Jahren in Österreich stattfindet. Hier stehen nicht Drogen oder nur elektronische Musik im Vordergrund sondern die Partys und Floors sind Gesamtkunstwerke, die Herz, Hirn, Geist und Spiritualität fördern sollen. Avaloka steht für Wahrnehmung und die Events die tiefere Einheit und Verbindung von sich mit den Anderen und dem Kosmos erkennen lassen. Tanz, Musik und Performances öffnen einen tieferen Bereich der Psyche in dem die archetypischen Kräfte des Menschen offenbar werden. Avaloka ist eine kultische Feier, ein interkulturelles Ganzes, das Psy-Fraggles genauso anlockt wie die Rainbow Family und Experimentierer mit neuen Formen des Zusammenlebens. Die Avaloka-Tempel konnte eine größere Gemeinde aus ganz Europa auf Festivals wie Spirit Base, Paradise und F.L.O.W in Österreich bereits kennenlernen.
Tom Rom führte ein Interview mit Manuel Scherzer, einem der beiden Veranstalter.

Avaloka ist eine kultische Feier

Was unterscheidet Avaloka von normalen Goa-Partys?

Avaloka wurde stark von den großen Goa-Festivals wie Ozora inspiriert. Wichtig waren für uns dabei die Elemente Lebensfreude, Trance, Ekstase, Tanz, Freiheit, Freundlichkeit und Offenheit und auch die Selbstentfaltung gemeinsam mit anderen Menschen.
Was Avaloka so anders macht ist die Musikauswahl. Wir haben einen bestimmten Aufbau von einem meditativen Einstieg über Tribal-Trance-Konzerte bis zu DJ-Sets aus dem Psy-Bereich. Avaloka erzählt an einem Abend eine Geschichte, die zuerst ruhig beginnt und dann in die Bewegung mündet und in der Ekstase endet. Dabei laden wir spezielle Performancekünstler und Dekoleute ein und haben auch die Visonary Art Academy immer dabei, wo die Künstler ihre Bilder präsentieren und auch Live-Paintings machen. Neben dem Mainfloor machen wir immer einen Tempelraum, der asiatisch eingerichtet ist. Das ist der Ruhepool wo alles möglich ist, zB. Yoga, Monocord-Konzerte, Bhajan-Singen oder einfach nur Liegen und Entspannen. Das unterscheidet unseren Tempelraum von einem sonst üblichen Chilloutfloor. Wir wollen mit diesem ganzheitlichen Konzept alle sechs Sinne ansprechen, auch den Geist. Avaloka dockt an den ursprünglichen Goa-Partys an wo die Mystik, die Spititualität, die Ekstase im Mittelpunkt stand und nicht so sehr die Standardisierung der verschiedenen Trance-Richtungen, wie wir sie heute kennen von Proggy bis Hightech. Wir wollen, dass die Leute, die zum Avaloka kommen, nicht wissen, was in der Nacht passieren wird sondern überrascht werden und noch staunen können.

Wann begann Avaloka und wer steckt hinter dem Konzept?

Begonnen hat alles 2010. Ich wollte damals ein schamanisch-mystisches Event machen, als ich eine Boddhisatva-Praxis gemacht habe. Avaloka heißt Wahrnehmung. Wahrnehmung bindet uns an die Welt und kann uns auch befreien. Ich traf damals den österreichischen DJ Gobayashi, der schon sehr lange in der Szene ist. Wir haben dann das Konzept gemeinsam entwickelt und die erste Veranstaltung in Wien gemacht. Das war damals noch auf Spendenbasis. Damals kamen gerade mal 80 Leute. Ich fuhr dann mit Gobayashi nach Thailand, war auf einem Vipassana-Seminar und wir kamen dann in den Bergen bei Chiang Mai mit Mönchen aus der tibetischen Tradition in Kontakt. Ich lernte dort einige spirituelle Techniken kennen, die mich für mein Leben geprägt haben und mich auf den buddhistischen Pfad führten. Ich habe dann tantrisches Kriya-Yoga und Shaolin Kung Fu gemacht, bin aber eher frei mit den Richtungen und wir lassen uns an keine bestimmten Traditionen binden ohne uns aber in einem Mischmasch von New Age zu verlieren.

Wie oft findet Avaloka statt?

Wir veranstalten vier Mal im Jahr und machen auch das Earth Dance in Wien und haben diese Tradition, die es früher auch in Wien gab, neu belebt. Inzwischen hat sich das Avaloka zu einem ganz besonderen Event etabliert, der nicht nur Psy-Fraggles anlockt sondern auch die Rainbow-Family, Leute aus dem Healingbereich, Musik-Aficionados und Leute, die das Kunst- und Kulturkonzept von Avaloka schätzen. Wir waren bereits in mehreren Locations in Wien und sind jetzt im Wiener Reigen. Es gab auch schon eine Outdoor-Party, hatten Floors auf dem Spirit Base, dem Paradise und machen auch den Avaloka-Healing-Tempel am F.L.O.W.-Festival südlich von Wien, wo an die 7.000 Leute jedes Jahr kommen. Das FLOW ist inzwischen das größte Psy-Festival Österreichs.

Wann findet das nächste Avaloka statt?

Am 10. Dezember 2016. Es wird wieder einen Tempelraum mit Monocord-Konzerten geben. Der Mainfloor beginnt mit einer Sarasvati-Meditation. Sarasvati ist die Göttin der Kunst, Musik und der Weisheit. Dann wird das Ilhaam Projekt live spielen. Dabei geht es um den Frieden zwischen Israel und Palästina. Mein Partner DJ Gobayashi wird dann Tribal-Trance spielen. Dann spielt Sirian live. Es wird eine wilde Reise durch Tribal Sounds und Psytrance wie man es noch nie gehört hat – etwas ganz Neues – extrem melodisch und total tanzbar. Wie immer werden wir einen indischen Altar am Mainflor haben und massive Deko, wie es sie sonst kaum gibt. Mae und Moa zaubern die Dekowelten und es wird Visuals und Projektionen geben.

Wie schaut‘s mit euren Zukunftsplänen aus?

Wir möchten die Bandbreite extrem erweitern und viel mehr Leute ansprechen, die Psy nicht so kennen und einen ganz anderen Einstieg brauchen. Wir möchten mehr mit 3D-Mapping machen. Auch tibetische Mönche möchten wir wieder einladen und auch mexikanische Quetzal-Federtänzer. Schamanen sind bei uns gerne willkommen. Wir möchten auch junge Künstler fördern, die besondere Ideen haben und dann auch auf den großen Festivals auftreten, wie zB. Victoria Lozar und Alexandra Citrioni, die 2016 auch auf der Boom auftraten. Den Avaloka-Tempel auf dem F.L.O.W.-Festival möchten wir 2017 vergrößern. Auch das Earth Dance werden wir wieder machen. Dabei ist für uns der gemeinnützige Aspekt extrem wichtig. Ein Teil der Einnahmen ging an die Tibethilfe und an die Frauenhäuser in Wien. Wir meinen, dass das Partyleben nicht total fertig machen muss sondern, dass Partys auch eine Verbindung von Spiritualität, Kultur, Spaß, Gesundheit, Inspiration und Kreativität sein können. Auf dem Avaloka sollen sich die Leute rechargen können und wir liefern den Raum und den Frame dafür.

Tom Rom

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